Fachausschuss - Bodenschutz bei Eingriffs- und Ausgleichsregelungen

FA-Obmann: Ulrich Herweg

Oberbergischer Kreis

Abt. Altlasten und Bodenschutz

Moltkestr. 42

51643 Gummersbach

Tel.: 02261 -886731

 

Fachausschuss - Mantelverordnung

FA-Obmann: Dr. Michael Kerth

Dr. Kerth + Lampe Geo - Infometric GmbH

Walter - Bröker - Ring 17

32756 Detmold

Tel.: 05231 - 30821 -11

Fax: 05231 - 30821 - 66

 

Fachausschuss - Bodenkundliche Baubegleitung

FA-Obmann: Dipl.-Ing. agr. Jörg Schneider

werkbüro für boden und bodenschutz

Linsenhofer Straße 84

72660 Beuren

Tel.: 07025-909447

Fax: 07025-909448

 

Fachausschuss - Kriegsbeeinflusste Böden

FA-Obmann: Dr. Michael Kerth

Dr. Kerth + Lampe Geo - Infometric GmbH

Walter - Bröker - Ring 17

32756 Detmold

Tel.: 05231 - 30821 -11

Fax: 05231 - 30821 - 66

 

Fachausschuss - Kartieranleitung zur Erfassung aktueller Erosionsformen

in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Wasser und Abfall (DWA)

FA-Obmann: Priv.-Dozent Dr. Johannes Botschek

Umweltberatung Botschek

Blücherstraße 40

53115 Bonn

Tel.: 0228-4107812

Fax: 0228-7482845

 

Fachausschuss Auswirkungen der Energiewende auf Böden

Regenrative Energien sind aus Sicht des Klimaschutzes erwünscht. Gleichzeitig haben sie vielfältige Auswirkungen auch auf das Schutzgut Boden. Diese bodenbezogenen Auswirkungen sollen im FA in Form eines Positionspapieres thematisiert werden. 

FA-Obmann: 

Prof. Dr. Hans-Karl Hauffe

HfWU Nürtingen-Geislingen

Schelmenwasen 4-8

72622 Nürtingen

Tel: 07022-201201

Fax: 07022-201166

 

 

Fachausschuss Gefahrenabwehr bei Bodenerosion

Dr. Norbert Feldwisch
Ingenieurbüro Dr. Feldwisch
Karl-Philipp-Straße 1
51429 Bergisch-Gladbach
Tel.: 0 22 04/42 28-50
Fax: 0 22 04/42 28-51

Dr. Rolf Tenholtern
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat Bodenschutz, Geologie
Archivstr. 1
01097 Dresden
Tel.: 03 51/564-2281
Fax: 03 51/564-2130

 

Fachausschuss - Biologische Bewertung von Böden

FA-Obmann: Prof. Dr. Dr. Berndt-Michael Wilke

Die Arbeit des Fachaussschusses ist beendet und der FA wurde aufgelöst. Die Ergebnisse wurden u.a. in den Zeitschriften Bodenschutz und Soil & Tillage Research veröffentlicht. 

 

 

Fachausschuss „Kriegsbeeinflusste Böden" – Böden als Zeugen des 1. und 2. Weltkriegs"

Aktivitäten 2018

Exkursion "Konfliktlandschaften im Nordseeraum: Cuxhaven & Helgoland"
Freitag 19. bis Sonntag 21. Oktober 2018
Weitere Informationen zur Anmeldung: Information

 

Aktivitäten 2017

Narben in der Landschaft - Relikte von Krieg, Gewalt und militärischer Nutzung im Raum Halberstadt, Sachsen-Anhalt

Die 7. Fachausschuss-Exkursion vom 6.-8. Oktober führte rd. 20 Teilnehmer zu kriegs- und militärbedingten "Narben in der Landschaft" im Raum Halberstadt (Sachen-Anhalt). Federführend organisiert wurde das Treffen von Frau Mechthild Klamm (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie) und Henrik Helbig (Landesamt für Geologie und Bergwesen), unterstützt von weiteren Kollegen aus Sachsen-Anhalt. Eine über 250 Jahre andauernde Militär- und Kriegsgeschichte, die im Jahr 1994 endete, hat die Bodenlandschaft in und um Halberstadt herum maßgeblich mitgeprägt. Bei der freitag-nachmittäglichen Führung durch den Dom und dem anschließenden Stadtrundgang erläuterte Herr Andreas Stahl (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie) die einschneidenden Veränderungen in der Stadthistorie ab Mitte des Jahrhunderts. Dieser Teil der Geschichte begann in den 1940er Jahren mit der mehrfachen Bombardierung im 2. Weltkrieg, bei der die historische Innenstadt zu einem Großteil zerstört wurde und große Mengen Trümmerschutt zu beseitigen waren.  

Auf Flächen der Nahumgebung großräumig in Mächtigkeiten bis zu mehreren Metern aufgebracht, entstanden auf diesen Standorten Pararendzinen aus Trümmerschutt. Entsprechend zeigte das erste am Samstag von Herrn Wolfgang Kainz (Landesamt für Geologie und Bergwesen) vorgestellte Bodenprofil in den Spiegelsbergen aus diesem Ausgangssubstrat ein autochthon-entwickeltes Bodenprofil mit 12 cm mächtigem Ah-Horizont, der sich unter einem krautreichen Pionierwald entwickelt hat. Die anschließend besuchte, nur einen Steinwurf entfernte Medingschanze ist eine bis heute gut erhaltende zu Schau- und Übungszwecken angelegte Schützengrabenanlage aus dem Ersten Weltkrieg. Nach der Mittagspause fuhren wir in die Thekenberge, wo die Wanderung durch eine durchnarbte, als Fliegerhorst und Übungsplatz genutzte Landschaft voller Hohl- und Vollformen sowie Gebäuderesten führte. Am aufgegrabenen Bodenprofil eines Unterstandes sichtbar, entwickelte sich in mehreren Jahrzehnten eine Braunerde-Fahlerde auf dem 90 cm mächtigem Auswurf-Bodenmaterial - deutlich abgrenzbar vom unterlagernden fossilen Oberbodenhorizont.

Am Sonntag stand zunächst die Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge auf dem Programm. Als Außenlager des KZ Buchenwald wurden hier 1994/45 über 7.000 Häftlinge gefangen gehalten und zur Zwangsarbeit gezwungen; über 700 in von ihnen sind Massengräbern auf dem heutigen Gelände begraben. Beim Rundgang durch das ehemaliger Lager verknüpfte Herr Nicolas Bertrand (Gedenkstättenleiter) die bis heute in der Landschaft sichtbar erhaltenen Spuren mit den Schicksalen der dort leidenden Menschen. Zwei sehr nachdenkliche Stunden, die sich bei der Wanderung über einen mehr als 100 Jahre alten militärisch genutzten Schießplatz fortsetzten. Letztes Ziel war das durch die Häftlinge ausgeschachtete Stollensystem "Malachit", ca. 13 km lang wurde es in die Kreidesandsteine der Thekenberge gegraben mit dem Ziel kriegswichtige Rüstungsproduktion der Junkers-Werke hier hinein zu verlagern. Die ersten 100e Meter der imposanten hallenartigen Stollen wurden besichtigt und im Anschluss die 72-jährige Bodenentwicklung auf dem in der Umgebung großflächig abgelagertem Abraummaterial diskutiert. Nach 72 Jahren hat sich auf diesen Ausgangssubstraten ein schwach podsoliger Regosol aus Kippschuttsand ausgebildet.

Die gemeinsamen Abende im Hotel Halberstädter Hof wurden zu Vorträgen und vertiefenden Diskussionen genutzt. So ist im Hinblick auf das Jahr 2020 geplant, in dem sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 75. Mal jährt, in der Öffentlichkeit verstärkt auf die Archivfunktion des Bodens auch als ein "Gedächtnis von Kriegen" hinzuweisen. Die nächste Exkursion in 2018 ist für den Raum Wilhelmshafen / Helgoland geplant.

Aktivitäten 2016

Die mittlerweile 6. Exkursion des Fachausschusses Kriegsbeeinflusste Böden fand im Oktober 2017 unter der Leitung von Michael Kerth im Raum Süd- und Ostwestfalen statt. Sie führte von Soest aus zur im 2. Weltkrieg zerstörten Möhnestaumauer, dessen Flutwelle durch Erosion- und Akkumulation bis heute sichtbare Spuren im Boden hinterlassen hat ("Möhnelage"). Des Weiteren wurde eine morphologisch erhaltene Bombentrichterlandschaft in Schwerte begangen, Bombardierungsspuren im Umfeld des Arnsberger Eisenbahnviaduktes sowie die Reste der ehemaligen Luftwaffenmunitionsanstalt Harth in Büren besichtigt und endete mit einem Rundgang durch die ebenfalls stark zerstörte Domstadt Paderborn. Neben der Vorbereitung einer Exkursion für das Jahr 2017, diese ist für Oktober in den Raum Halberstadt geplant, wurde auch über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Museen bzw. anderer Lehreinrichtungen diskutiert, um etwa typische Kriegsveränderungen des Bodens als Lernobjekt einer größeren Zielgruppe zugänglich zu machen.

 

Aktivitäten 2015

Die nächste Exkursion unseres Fachausschusses findet am Wochenende 17./18. Oktober 2015 an den Bodensee statt (mit einem Vortreffen für alle Interessierten am Freitag, dem 16.10. abends) - Herr Weinknecht hat als "Lokalmatador" die Federführung und Planung übernommen. Der Raum Friedrichshafen war im 2. Weltkrieg einer der bedeutendsten Rüstungsstandorte im Deutschen Reich (u. a. die Zeppelin- und Dornier-Werke, Standort der V2-Produktion...), wurde bei einer Vielzahl von Luftangriffen stark bombardiert und dementsprechend verteidigt.

Die von Herr Weinknecht erarbeitete vorläufige Programmübersicht ist unter dem untenstehenden Link "Planung" einzusehen. Um die weitere Vorplanung zu erleichtern (und Ihnen die Gelegenheit zu einer frühzeitigen Buchung zu geben), möchten wir Sie bitten möglichst bis Ende Juni eine Rückmeldung zu geben, ob Sie planen an der Exkursion teilzunehmen, bei Michael Kerth Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Bernd Steinweg Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Planung


 Aktivitäten 2014


Die nunmehr dritte Exkursion des Fachausschusses am 11. Oktober 2014 führte uns unter Leitung von Dr. Michael Kerth und mit Unterstützung des Geschichtsvereins ins ostwestfälische Altenbeken. Als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit zwei infrastruktursensiblen Viadukten  war die 15 km nordöstlich von Paderborn gelegene Kleinstadt mehrfaches Ziel allierter Bomberangriffe. Insgesamt fielen in den Jahren 1944/45 knapp 1.500 Bomben - aufgrund begrenzter Möglichkeiten der Navigation zu der Zeit, z. T. schlechter Sichtverhältnisse sowie technischer Schwierigkeiten und Flakbeschuss fielen die Bomben in einem relativ großen Umkreis vom eigentlichen Ziel entfernt. Wurden die Bombentrichter auf den v. a. im Beketal gelegenen ackerbaulich genutzten Flächen nachkriegszeitlich schnell wieder eingeebnet, sind bis heute eine Vielzahl der Bombentrichter in den hügeliger gelegenen, extensiver genutzten Grünlandflächen sowie den ausgedehnten Waldgebieten erhalten geblieben. Hier liegen diese z. T. landschaftsprägenden Hohlformen neben natürlichen Erdfällen und Dolinen sowie Pingen, die vom mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzabbau zeugen. Der größte besichtigte Bombentrichter einer 5.400 kg schweren sog. "Tall-Boy" Bombe hatte einen Durchmesser von rd. 30 und eine Tiefe von 10 Metern.

Bereits morphologisch lassen sich die unterschiedlich entstandenen Hohlformen dabei voneinander abgrenzen: Im Gegensatz zu den natürlich entstandenen Erdfällen und Dolinen, zeigen die untersuchten Bombentrichter einen mehr oder weniger ausgeprägten "Ringwall" um den Trichter herum, der durch die Druckwelle der Explosion sowie ausgeworfenes Bodenmaterial entstanden ist. Pingen des Erzbergbaus haben dagegen oft weniger rundlich ausgeprägte Formen und das Aushubmaterial ist häufig asymetrisch auf einer Seite abgelagert. Typische Bodenbildungsprozesse in und im Umfeld von nicht eingeebneten Bombentrichtern sind a) die Überdeckung der ursprünglichen Bodenoberfläche durch beaufschlagtes Auswurfmaterial; einhergehend mit der Fossilierung der ursprünglichen Bodenoberfläche und b) die schwerkraftbedingte Einschwemmung von Bodenmaterial in die Hohlform, die hier zu einer Anreicherung von organischer Substanz bis hin zur Entstehung von Kolluvisolen geführt hat. Für die Geschwindigkeit der nachkriegszeitlich eingesetzten Bodenneubildungsprozesse ist das Ausgangsgestein mitentscheidend, so konnte auf relativ weichen, karbonatreichen Mergelsteinen eine ausgeprägtere Neu-Oberbodenbildung festgestellt werden als auf silikatreichen Sandsteinen. Frau Sarah-Maria Brouwer, Studentin an der Hochschule Osnabrück, entwickelte im Rahmen Ihrer Praktikumsaufgabe bei der Dr. Kerth & Lampe GmbH aus den Ergebnissen sowie weiteren eigenen Untersuchungen eine erste Grundlage, wie die zur Geschichte in der Region gehörenden Bombentrichter Möglichkeiten für den Tourismus und die Bodenbewusstseinsbildung bieten können.

 

Aktivitäten 2013

Nach der Exkursion in den Hürtgenwald, im Frühjahr 2013 hat am 6. Oktober 2013 in Kooperation mit der Regionalgruppe Ost eine zweite Exkursion des Fachausschusses stattgefunden. Koordiniert durch Dr. Henrik Helbig (LAGB Sachsen-Anhalt) fand unter fachlicher Leitung von Prof. Frank Eulenstein (ZALF) und Dr. Dieter Kühn (LGBR Brandenburg) die Exkursion zu den Seelower Höhen östlich von Berlin statt. Hier durchbrachen im April 1945 sowjetische Truppen nach mehrtägigen heftigen Kämpfen die deutsche Frontlinie, so dass der Weg nach Berlin frei wurde. Noch heute sind in der Landschaft weitverbreitet ehemalige deutsche und sowjetische Stellungen sowie Bomben- und Granattrichter erkennbar. Sie bezeugen ebenso wie die allgegenwärtigen Soldatenfriedhöfe das Ausmaß der Kämpfe. An Bodenprofilen aus sandigen bis lehmigen Substraten konnten einerseits die natürlich vorkommenden Fahlerden, andererseits auch deren lokale Überprägung durch die Kriegsereignisse in Augenschein genommen werden.
Das Exkursionsprogramm, aber auch die angeregte Diskussion unter den 15 Teilnehmern machte deutlich, dass die Thematik den Einbezug von Historikern und Archäologen erfordert. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass zur Erfassung der „Kriegsbeeinflussung“ und der bodenbildenden Prozesse nach Ende der Einwirkung ggf. eine sehr kleinskalige Betrachtung („Transsekte“) erforderlich ist. Neben einer fachlichen Aufarbeitung ist es Ziel der Fachausschuss-Arbeit, den zu erwartenden „Medien-Hype“ anlässlich 100 Jahren 1. Weltkrieg und 75. Jahren 2. Weltkrieg für die Schaffung von mehr Bodenbewusstsein zu nutzen. An kriegsbeeinflussten Böden kann sehr konkret aufgezeigt werden, dass der Boden einerseits ein Archiv, andererseits aber gerade auch ein „lebendiger Organismus“ ist, der auf alle Arten von Einwirkungen reagiert.


Fachausschuss „Kriegsbeeinflusste Böden" – Böden als Zeugen des 1. und 2. Weltkriegs"

Im Jahr 2014 stand sowohl 100 Jahre Beginn des 1. Weltkrieges als auch 75 Jahre Beginn des 2. Weltkieges an. Dieses sollte für den Bundesverband Boden e. V. die Chance bietet, über das Thema „Böden als Zeugen der Weltkriege" in der Öffentlichkeit ein verstärktes Bodenbewusstsein zu schaffen.

Mit dem 1. Weltkrieg beginnt das Zeitalter der „technischen" Kriege, die in den Front- und Kampfgebieten zu einer großflächigen Zerstörung und Veränderung der Landoberfläche einschließlich des Bodens führen. Im 2. Weltkrieg wurden zusätzlich zu den Zerstörungen im Bereich der (wesentlich mobileren) Fronten durch Flächenbombardements und Artilleriebeschuss im „Hinterland" großflächige Zerstörungen verursacht.

Die „technischen" Kriege führten (und führen) durch Beschuss und Bombardierung, aber auch durch Errichtung militärischer Infrastruktur (Stellungen, Schützengräben, Bunker, Straßen usw.) zu einer – zum Teil flächenhaften – Veränderung des Bodens bis in mehrere Meter, ggf. auch mehrere 10er Meter, Tiefe. Außerdem erfolgen erhebliche (Schad-)Stoffeinträge (Metalle aus Hülsen und Munition, chemische Kampfstoffe usw.) in den Boden.

Nach den Weltkriegen wurden die „Kriegsböden" in den Agrarlandschaften Mitteleuropas vergleichsweise schnell wieder rekultiviert, nur auf landwirtschaftlich nicht oder nur gering produktiven Böden (v. a. Vogesen, Alpen usw.) oder so stark munitionsbelasteten Flächen, dass mit der Rekultivierung extreme Risiken verbunden waren (z. B. viele Standorte um Verdun), sind die Spuren des 1. WK noch an der „Oberfläche" erkennbar. Ähnliches gilt für die durch den 2. Weltkrieg zerstörten Gebiete. Dabei führte die Rekultivierung (Entmunitionierung, Verfüllung von Hohlformen usw.) zu erneuten Veränderungen des Bodens.

Auch in rekultivierten „Kriegsböden" werden sich Spuren der Kriegseinwirkungen wiederfinden; diese können daher grundsätzlich als „Archivböden" eingestuft werden – und dies nicht nur als „Matrix", in der die Schlachtfeldarchäologie ihre Funde macht, sondern als eigenständiges Bodenarchiv. An den Kriegsböden kann in besonders drastischer Form aufgezeigt werden, zu welcher (Umwelt-) Zerstörung der Mensch fähig ist. Gleichzeitig kann aber an rekultivierten und neu entwickelten Böden auf kriegszerstörtem Untergrund auch die im mitteleuropäischen Klima beachtliche Regenerationsfähigkeit der Böden (Bodenneubildung) verdeutlicht werden.

Für die Jahre 2014ff. mit der dann hohen öffentlichen Aufmerksamkeit für die beiden Weltkriege besteht für uns als BVB / als Bodenschützer also die Möglichkeit, einen Teil dieser Aufmerksamkeit auch auf den Boden zu ziehen. Dies kann in Form von Exkursions- und Vortragsveranstaltungen (z. B. VHS, Naturschutzakademien), Zeitungs-, Rundfunk- oder Fernsehbeiträgen usw. oder in Projekten an Schulen (z. B. auch durch die Initiierung von Facharbeiten in der Oberstufe) erfolgen.

Dabei sind direkt oder indirekt kriegsbeeinflusste Böden in Deutschland zumindest in Form von Bombentrichtern und Flakstellungen, aber zum Beispiel auch ehemaligen Schießständen und letztendlich den „Trümmerschuttböden" nahezu flächendeckend vorhanden. In vielen Gebieten Deutschlands gibt es aber aus den letzten Kriegsmonaten auch in erheblichem Umfang Panzer- und Schützengräben. Noch dramatischer kann die Einwirkung auf den Boden an Schlachtfeldern aus dem 2. Weltkrieg wie zum Beispiel den Seelower Höhen östlich von Berlin oder dem Hürtgenwald östlich von Aachen verdeutlicht werden.

Zu überlegen ist auch, inwieweit wir als BVB mit der Thematik Kontakt zu belgischen, französischen, italienischen, slowenischen und polnischen Kollegen im Hinblick auf die Schlachtfelder vor allem auch des 1. Weltkrieges aufnehmen. Nach einer ersten Abschätzung sind im 1. Weltkrieg im westlichen Mitteleuropa einige Zehntausend Quadratkilometer Landoberfläche (= Boden) total zerstört worden und mit den Hinterlassenschaften muss heute immer noch umgegangen werden.

Das Thema bietet auch vielfältige Verknüpfungsmöglichkeiten mit der (Schlachtfeld-) Archäologie, (Militär-) Historikern, Kriegsgräberfürsorge, Kampfmittelräumung, Lokalgeschichte usw. Diese Verknüpfungsmöglichkeiten bestehen bis hin zu einer Auseinandersetzung mit der Blut-und-Boden-Ideologie oder dem im 3. Reich bestehenden Gedanken der Verteidigung des „Heimatbodens bis zum letzten Mann" oder der Aufarbeitung der „Wahrnehmung" des Bodens durch die Soldaten in den Schützengräben (in Literatur, Verfilmungen, Frontberichten, Feldpostbriefen). Mit dem „Vehikel" Kriegserinnerung kann also zu einem vertieften Bodenbewusstsein beigetragen werden. Gut angepackt und vorbereitet müssen wir auch keine Angst haben, in die „falsche Ecke gestellt zu werden". Die Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften von zwei Weltkriegen sollte aus unserer Sicht auch nicht den „ewig Gestrigen" überlassen bleiben!

Aufgabe des Fachausschusses soll einerseits die fachliche Beschäftigung mit dem Thema sein, andererseits sollen aber auch Materialien / Strategien für eine Außenwirkung (mit Schwerpunkt 2014ff.) vorbereitet werden.

An dem Thema Interessierte können sich bei Michael Kerth (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder Bernd Steinweg (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) melden.

 

Fachausschuss "Bodenkundliche Baubegleitung"

BVB Prospekt 2stg 4c1

Seit dem 25. Juli 2013 ist das BVB Merkblatt 2 "Leitfaden Bodenkundliche Baubegleitung" als Monografie im Handel erhältlich. 

 

VORSITZ

Dr. Henrik Helbig

Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt
Köthenerstr. 38,
06118 Halle/Saale

Tel.: 0345-5212121, Mobil: 0160-1084490
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